20.07.2017

# Garderobe

Hektik


To-Do-Liste
  • Präsentation vorbereiten
  • Aufsätze kopieren
  • Wäsche waschen
  • Geschirr spülen
  • 2-8 Telefonate führen (dringend!)
  • Bücher abgeben
  • Geschenk für L. besorgen
  • einkaufen (Klopapier!!)
  • Paket zur Post bringen

Weckerklingeln Zähneschrubben Schreibtisch ruft lesen schreiben lesen schreiben vor der Arbeit schnell in den Supermarkt - Brot - Milch - Eier - Obst - Wäsche in die Trommel Timer stellen Telefon zwischen Ohr und Schulter eingeklemmt Topf einweichen in den Bus hüpfen Zwischenstopp bei der Post Arbeit runterrocken alles will sofort erledigt werden aber sorgfältig bitteschön bestimmtes Buch kaufen danke als Geschenk verpacke ich es selber Treppen hochhechten tausche Arbeitsschuhe gegen Sportschuhe mist Klopapier vergessen! rauf aufs Rad schon vorm Sport schwitzen nach dem Sport noch mehr immernoch nicht alle Punkte abgehakt ab zur Bibliothek auf dem Rückweg nochmal in den Supermarkt Heimweg führt am Hafen vorbei.

Plötzlich.

Sanftes Wasserrauschen.

Möwenschreie.
Kinderlachen.

Langsam gleitet ein Zweimaster vorbei und liegt dann ruhig am Kai.

Atmen. Ein. Aus.


Die To-Do-Liste zerreißen. Liebe Freunde herbeirufen. Feierabendbier trinkend Schiffe beobachten. Eine viel zu unterschätzte Therapiemethode.

Kommentare:

  1. <3

    Wie wunderbar.
    Ich spürte im oberen Teil des Textes richtig diese Hektik des Alltags, die uns viel zu oft gefangen nimmt.

    Man muss einfach öfter abschalten. Die Therapie gefällt mir wirklich. <3

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    1. Danke dir! :)
      Genau diese Wirkung wollte ich erzielen - super, dass es geklappt hat :)

      Ja, die Zeit muss man sich manchmal einfach nehmen!

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  2. <3 wie wunderschön! ich konnte es so gut nachfühlen! auch wenn bei uns keine zweimaster rumschippern.

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    1. Vielen Dank! :) Man kann diese Therapiemethode ja zum Glück auf veschiedenste beruhigende Szenen anwenden: Grillenzirpen auf einer Wiese, Licht-und Schattenspiel eines Baumes, usw usw :)

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  3. Liebe Mel,

    was für ein schöner Text! Ich konnte die Hektik am Anfang förmlich spüren und fand den Bruch daher umso schöner. :)

    Liebe Grüße
    Raphaela von Fräuleins Tagebuch

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