13.03.2016

# Rezensionen

[Rezi] Rick Riordan - Percy Jackson. Im Bann des Zyklopen

Erscheinungsjahr: 2006
Originaltitel: Percy Jackson and the Olympians - The Sea of Monsters
Genre: Jugend, Fantasy
Reihe: Percy-Jackson-Reihe, Teil II
Seitenzahl: 329


Teaser:
Wir wurden auf einer Welle von über zehn Metern rückwärtsgeschleudert. Ich musste all meine Willenskraft aufbringen, um das Schiff vor dem Kenten zu bewahren, aber noch immer wirbelten wir hilflos herum und jagten auf die Felsen auf der anderen Seite der Meerenge zu,

*Achtung!*Spoilergefahr!*Achtung!*Spoilergefahr!*Achtung!*Spoilergefahr!*

Handlung
Wie geplant verbringt Percy das Schuljahr bei seiner Mutter in Manhattan und soll erst wieder in den Sommerferien zurück nach Camp Halfblood fahren, um seine Ausbildung zum klassischen Helden weiterzuverfolgen. Das erste Mal hat er auch eine Schule gefunden, die sich auf besonders schwere Fälle wie ihn spezialisiert hat - mit seiner Legasthenie und dem ADHS ist Percy schließlich immernoch ein Schüler, der besondere Unterstützung braucht - und von der er nicht nach einem Jahr sofort wieder verwiesen wird. Zusammen mit seinem etwas trotteligen Freund Tyson bildet er im schulischen Sozialgefüge zwar die Außenseitergruppe, aber das macht Percy ja bekanntlich wenig aus. 
Einziger Wehrmutstropfen: nachts hat Percy immer öfter schlimme Träume von seinem besten Freund Groover, der in großer Gefahr schwebt und Percy um Hilfe bittet. Und wir wären ja nicht in der Welt der griechischen Mythologie, würden diese Träume nicht auf realen Umständen beruhen. Als dann eine Handvoll Monster die Schule stürmt und Percy in einen Kampf verwickelt, ist klar dass hier irgendwas ganz und gar nicht stimmt. Umgehend macht sich Percy deshalb auf den Weg ins Camp, um dort festzustellen, dass nicht nur Groover, sondern das gesamte Camp Halfblood in Gefahr sind.

Meine Meinung
Das Buch schließt nicht nur von der Handlung her direkt an seinen Vorgänger an, sondern erzählt im Grunde genommen eine ähnliche Geschichte noch einmal. Das tut es aber gut und unterhaltend, sodass ich mich noch nicht ganz entschlossen habe, was ich insgesamt davon halte.

Das Grundgerüst der Geschichte ist, wie gesagt, so ziemlich das gleiche wie bei Band 1: Percy wird in der Schule von Monstern attackiert und flieht mehr oder weniger elegant ins Camp Halfblood, geht von dort aus mit seinen Sidekicks auf Tour und kommt irgendwann wieder zurück. Zwischendurch wird gekämpft und intrigiert.
So weit, so simpel. Ein paar Unterschiede gibt es aber dann doch und die haben mir eigentlich auch ganz gut gefallen. Zum Einen ist der lustige und herzliche Groover natürlich nicht mehr da und notgedrungen nimmt Tyson dessen Platz ein. Dieser ist auf Grund von Gründen ein bisschen tölpelig, aber ich fand ihn eine durchaus liebenswerte Figur. Vor allem wird an dem Verhältnis, das er zu Percy hat und wie sich dieses verändert deutlich, dass sich Percy in diesem Band charakterlich schon ein gutes Stück weiterentwickelt. Von daher hat Tyson eigentlich eine ziemlich wichtige Rolle, auch wenn mich diese Fixierung auf Dreiergespanne ein wenig genervt hat. 

Die Probleme, die das Camp hat, gipfeln in der Tatsache, dass Chiron gefeuert wird und weder unseren Helden noch dem Leser mit seinen weisen Sprüchen und Ratschlägen zur Seite steht. Damit ist schon die zweite tolle Figur aus Band 1, die den Witz und den Charme der Geschichte maßgeblich getragen hat, erstmal von der Bildfläche gestrichen, was etwas schade war.
Dafür gab es an der Besetzungsfront aber auch ein paar neu eingeführte Randfiguren, über die ich mich sehr amüsiert und/oder geärgert habe. Mit am besten gefallen haben mir die Auftritte von Hermes und seinen beiden Schlangen. Die haben für die humorvollen Dialoge gesorgt, die im ersten Teil so prägnant und in diesem Nachfolger ansonsten wenig präsent waren.

Das Konzept, dass die Wesen der griechischen Mythologie in der modernen Welt immernoch herumgurken und die Menschen sich die verrücktesten Sachen einbilden, nur um die Existenz der Gottheiten und Monster nicht wahrzunehmen, ist wirklich toll zu lesen. Die Verflechtung dieser beiden Welten und vor allem die Anpassung der Sagen an die aktuelle Gegenwart ist das besondere dieser Geschichte. Allein der zweite Teil hat mich zumindest die ersten beiden Drittel einfach nicht so sehr überzeugen können. Im letzten Drittel nimmt die Geschichte dann aber Fahrt auf und legt in einem wirklich gut ausgearbeiteten Finale den Grundstein für weitere spannenden Entwicklungen in den folgenden Teilen. Daher gibt es von mir gute drei Wölkchen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

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