07.03.2013

# Rezensionen

[Rezi] Sarah Dessen - Someone like you

Erscheinungsjahr: 2005
Originaltitel: Someone like you
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 347

Teaser:
Ich machte ihm gegenüber zwar einen auf rebellisch, hatte aber in meinem ganzen Leben noch nie die Schule geschwänzt oder war unpünkltlich z udem Termin erschienen, bei dem täglich die Anwesenheit aller Schüler überprüft wurde. Macon hingegen tauchte nur sporadisch in der Schule auf, und nach seinen Zensuren erkundigte ich mich lieber gar nicht erst.



Handlung
In einer kleinen, ruhigen Wohngegend in den USA stehen sich zwei Häuser gegenüber. In dem einen wohnt Halley wohlbehütet mit ihren Eltern. Sie ist 15 Jahre alt, macht bald ihre Führerscheinprüfung und ist allgemein eher ein zurückhaltender Mensch. Ihre beste Freundin Scarlett wohnt direkt gegenüber mit ihrer Mutter Marion zusammen. Sie ist ein bisschen älter als Halley und auch ihr Wesen ist viel erwachsener, weil sie sich schon ihr Leben lang um ihre sehr unorganisierte und planlose Mutter kümmern muss. Die beiden sind unzertrennlich, seit Marion und Scarlett das Haus gegenüber Halleys Familie bezogen haben.
Eines Nachts - Halley ist gerade in einem Feriencamp zu dem sie ihre Mutter gezwungen hat - ruft Scarlett völlig verzweifelt an. Ihre Freund Michael ist bei einem schweren Motorradunfall ums Leben gekommen. Natürlich ist Halley sofort zur Stelle und für Scarlett da. Gleichzeitig versucht sie auch noch, die mittlerweile total komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter zu managen; seit Macon auf der Bildfläche aufgetaucht ist, den ihre Mutter für keinen geeigneten Umgang hält, verstehen sich die beiden nämlich gar nicht mehr.

Meine Meinung
Hach ja, was ist 15 doch für ein besonderes Alter. Da fängt man an, eigene Prioritäten zu setzten, Grenzen auszuloten und sich insgesamt ein bisschen neu zu definieren. So geht es auch Halley, die es langsam aber sicher leid ist, das graue schüchterne Mäuschen an der Seite ihrer besten Freundin zu sein, die offen und selbstbewusst durch die Welt geht. Nicht, dass sie eifersüchtig auf Scarlett wäre - dafür ist sie eine viel zu wichtige Person - aber es ist für sie jetzt einfach an der Zeit, auch mal erwachsen zu werden. Scarlett musste das schon früh tun, weil ihre schusselige Mutter das Leben der beiden niemals alleine auf die Reihe bekommen hätte. Scarlett hat immer den Überblick und war dadurch auch für Halley immer ein Fels in der Brandung. Nach dem tragischen Tod ihrers Freundes Michael ist Halley jetzt an der Reihe, den Felsen zu spielen und für Scarlett da zu sein. Besonders, als sich herausstellt, dass Scarlett von Michael schwanger ist. Mit ihre 16 Jahren steht sie damit vor der unglaublich schweren Entscheidung: abtreiben oder austragen? Behalten oder zur Adoption freigeben?
Am Tag von Michaels Beerdigung lernt Halley dann Madcon kennen, der eng mit Michael befreundet war. Im Vergleich mit ihm wirkt ihr ganzes Leben auf einmal spießig; die enge Beziehung zu ihrer Mutter, ihre Freitagabende zu Hause zusammen mit Freunden der Familie und überhaupt. Nur Scarlett brachte vorher etwas Schwung in Halleys Alltag. Und jetzt übernimmt Madcon diese Aufgabe. Nur dass er auf Regeln im Allgemeinen komplett pfeifft.
Eigentlich arbeitet Sarah Dessen in diesem Buch schon ein bisschen mit Stereotypen. Da ist dieser geheimnisvolle Bad Boy, in den sich die etwas schüchterne Protagonistin total verliebt und hofft, ihn bekehren zu können. Aber auf diesem Grundgerüst entwickelt Dessen eine wirklich schöne Geschichte. Wie sich Halley und ihre Mutter immer weiter voneinander entfernen und keine der beiden etwas dagegen tun kann. Die erste Liebe, ungewollte Schwangerschaft bei Teenie und echte Freundschaft sind die Themen, mit denen sich das Buch befasst und die in diesem relativ dünnen Buch trotzdem geügend Raum zur Entfaltung haben.
Ich liebe einfach Sarah Dessens Schreibstil, der anschaulich aber nicht zu detailversessen ist und Stimmungen sowie Emotionen so einfühlsam rüberbringt, dass man als Leser sofort mitten in der Geschichte steht. Vom Alter her falle ich wahrscheinlich nicht mehr so wirklich in die Zielgruppe, aber da ich bekanntermaßen in meiner geistigen Entwicklung bei ca. 17 stehen geblieben bin, kann ich mich definitiv noch mit unverstandenen Teenies identifiezieren ;)
4 Wölkchen gibts von mir.


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