31.01.2013

# Rezensionen

[Rezi] Richard David Precht - Wer bin ich und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise

Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 376


Teaser:
Für Gefühle hatte Kant nur Verachtung übrig gehabt. Denn sein Anspruch war ja gerade umgekehrt eine Moral, die nach Möglichkeit gerade ohne solche Gefühle auskommt. 






Inhalt
Drei große Themen der Philosophie werden in dem Buch aufbereitet:
Was kann ich wissen?
Was soll ich tun?
Was darf ich hoffen?
Viele große Namen der Philosophie kommen in dem Buch zu Wort. Samt einer kleinen Minibiografie werden je nach Thema Gedanken wiederholt und ausgeführt, die die Philosophie jahrelang beschäftig haben und immernoch beschäftigen. Und auch die Biologie und die Neuroswissenschaft kommen nicht zu kurz, sodass ein umfassendes Hirnscanning in diesem Buch vorgenommen wird.

Meine Meinung
Intelligente Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie komplizierte Sachverhalte einfach verständlich darlegen können. In diesem Sinne gehört Richard David Precht auf jeden Fall zu der schlauen Sorte Mensch.
In meinem Studium sind mir schon einige Philosophen begegnet und deren Werke zu lesen verursachte mir mehr als einmal ernsthafte Kopfschmerzen. Dank der Aufbereitung Prechts konnte ich bei der Entwicklung verschiedenster Gedankengänge und den sich daraus ergebenden Folgerungen problemlos mitdenken.
Die einzelnen Erkenntnisse führten bei mir definitiv zu neuen Denkanstößen und ein bisschen hat das Buch mich sogar mit dem lieben Adorno versöhnt, mit dem ich seit gut einem Jahr auf Kriegsfuß stehe.
Aber auch, wer sich noch nie wirklich mit der Philosophie und ihren Fragen beschäftigt hat, erkennt sicher den ein oder anderen Namen. Platon und Sokrates, Kant und Freud sind natürlich mit von der Partie.
Besonders gut hat mir der Witz gefallen, mit dem die Lebensumstände der schlauen Menschen, auf die sich Precht jeweils bezieht, geschildert werden. Diese lassen ihre Einstellungen noch einmal in einem anderen Licht erscheinen und sorgen auch für das gewisse Maß an kritischem Reflektieren, das beim Denken ja nie fehlen sollte. Auch die schon erwähnten Schnitte zur Biologie und zur Hirnforschung fand ich sehr gelungen, weil das die Kernbotschaft des Buches, dass all das zusammenspielt und nicht streng getrennt werden kann, nocheinmal unterstreich.
Ein bisschen langweilig fand ich dagegen den immer gleichen Kapitelaufbau: erst eine locker flockige Biografie der jeweiligen Person und dann die Abhandlung der einzelnen Gedanken. Ein bisschen Variation wäre da schon schön gewesen.
Trotzdem: wer sich schon immer gefragt hat, was eigentlich der Sinn des Lebens ist und wie man glücklich werden kann, hat mit diesem Buch einen super guten Einstieg in die Welt der Philosophie. Das sehr umfassende Literaturverzeichnis im Anhang macht auch eine vertiefendere Lektüre einfach und unkomplizert.
3 Wölkchen von mir.


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