22.09.2012

# Rezensionen

[Rezi] Antoine de Saint-Exupéry - Der kleine Prinz

Erscheinungsjahr: 2010 (Original: 1943)
Originaltitel: Le petit prince
Genre: Kinderbuch
Seitenzahl 103 Seiten


Teaser:
Was wichtig ist, sieht man nicht. Das ist wie mit der Blume. Wenn du eine Blume liebst, die auf einem Stern wohnt, so ist es schön, bei Nacht den Himmel zu betrachten. Alle Sterne sind voll Blumen.



Handlung
Antoine de Saint-Exupéry ist, wie manche vielleicht wissen, nicht nur ein bekannter Buchautor, sondern hat auch als Pilot sein Geld verdient. Diese reale Begebenheit nimmt er als Ausgangspunkt für seine wohl berühmteste Geschichte. Bei einem Flug muss er in der Wüste Sahara notlanden und findet sich mit einem defekten Flugzeug mitten im Nirgendwo alleine und verlassen wieder. Da begegnet ihm ein kleines blondes Männchen, dass weder Durst, Hunger und schon gar keine Angst zu haben scheint. Während de Saint-Exupéry nach einer Möglichkeit sucht, den Schaden am Flugzeug zu reparieren, erzählt das kleine Männchen seine Geschichte.

Meine Meinung
Das Männchen ist natürlich der kleine Prinz persönlich, der eigentlich auf einem winzigen Planeten wohnt. Zusammen mit seiner geliebten Blume führt er ein bescheidenes Leben, wird aber immer unzufriedener vor allem damit, wie die Blume ihn behandelt. Also lässt er sie alleine und macht sich auf eine Reise quer durch die Galaxie und landet dabei auf vielen unterschiedlichen Planeten, wo er viele eigentümliche Gestalten trifft. Jede von ihnen wohnt alleine auf einem eigenen Planeten und sind so versteift auf ihre Rollen, dass sie weder die Sinnlosigkeit noch die Absurdität ihres Tuns bemerken. Zum Beispiel der Laternenanzünder, der sein ganzes Leben damit verbringt, im 10 Sekunden-Takt die Laterne auf seinem Planeten an- und wieder auszumachen. So schließt der kleine Prinz auf seiner Reise außerdem Bekanntschaft mit einem König, einem Etlen, einem Säufer, einem Geschäftsmann und einem Geografen - und jeder von ihnen lebt vollkommen auf sich selbst reduziert nach dem Tunnelblick-Prinzip. Da der kleine Prinz in keiner Weise verstehen kann, wie man so sein kann, bleibt er nirgendwo lange und landet schließlich auf der Erde. Dort begegnet er einem Fuchs, der seine Freundschaft gewinnt und ihm eine wichtige Weisheit mit auf den Weg gibt:

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Alle Erwachsenen, die der kleine Prinz bisher getroffen hat, haben diesen Satz nie verinnerlicht. Doch der Fuchs bringt ihm bei, dass Freundschaft ist, das Besondere zu sehen und es vor allem auch zu schätzen. Dadurch wird ihm klar, wie sehr er seine Blume vermisst und er beschließt, die Heimreise anzutreten. Vorher trifft er aber, wie schon erwähnt, den Piloten, der ihn gleich als seelenverwandten erkennt. Er darf teilhaben an den Erfahrungen des kleinen Prinzen und wird dadurch aus seinem Trott, in den er wie die anderen Erwachsenen verfallen war, herausgerissen.
Die Sprache, die der Autor verwendet, ist einfach und trotzdem zauberhaft. Einfühlsam und bildreich erzählt er die Geschichte des kleinen Prinzen, die auch seine eigene ist und weist auf die Gefahr hin, dass man im Laufe des Lebens die kindliche Unbefangenheit und naive Weltsicht verliert. Dabei wedelt er mit dem moralischen Zeigefinger, sondern vermittelt diese Botschaft, indem er das Offensichtliche poetisch verpackt.
Das Buch ist wirklich wirklich lesenswert; es hat mich vom ersten Wort der Widmung bis zum allerletzten Punkt verzaubert. 5 rosa Wölkchen von mir.


Kommentare:

  1. Ich möchte das Buch auf jeden Fall noch lesen, da ich es in meiner Kindheit irgendwie verpasst habe. ;)
    Schöne Rezension!!

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  2. Hey, ich habe dir einen Award verliehen, oder besser gesagt drei :D Schau mal vorbei:
    http://kaugummiqueen.blogspot.com/2012/09/award-ganz-viele-awards.html
    Liebe Grüße, KQ

    Übrigens habe ich Der kleine Prinz auch noch nie gelesen^^ Bildungslücke, was? :D

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