29.09.2012

[Happy 2012] Im Bücherparadies

Vor zwei Monaten um diese Zeit war ich ganz ganz aufgeregt. Der Countdown zu einem wichtigen Punkt auf meiner Vorsatz-Liste war in den gefährlichen einstelliegen Bereich angekommen und meine Familie war schon ganz genervt von meinen in regelmäßigen Abständen ausbrechenden Anfällen von "was zieh ich an?" "wie komm ich hin?" "welcher Nagellack wirkt am seriösesten?" - Sermonen.
Und jetzt ist es Zeit, den Punkt auf der Liste abzuhaken:

mindestens ein Praktikum machen  → check!


Es war mal wieder Zeit für mich als Vollblutstudentin, die Nase in den knallharten Berufsalltag zu stecken. Erstens steht das in meiner Studienordnung, zweitens ist Lebenslaufoptimierung Priorität Nummer 1 bei einem geisteswissenschafltichen Studium ist und drittens sind (man glaubt es kaum) die fast 3 Monate Semesterferien wirklich langweilig, wenn man so gar nix zu tun hat.
Und wo macht eine Germanistik-Studentin mit einer bekanntermaßen hohen Affinität zu Büchern ihr zweimonatiges Pflichtpraktikum? Natürlich in der Stadtbibliothek! :D
Dass man dort nicht wirklich zum Lesen kommt, weil viele andere Aufgaben auf einen warten, ist ja klar. Aber trotzdem war schien es mir wie die perfekte Kombination: sowohl mit Menschen als auch mit Büchern zu arbeiten - klingt super! :)
Und das war es auch wirklich. Nach zwei Monaten kann ich eigentlich nur sagen, dass das Bibliothekswesen ein wirklich interessantes Berufsfeld ist; nicht im geringesten so verstaubt wie die gängigen Vorurteile es vermitteln. Zumindest, solange man in der richtigen Abteilung arbeitet ;) Was mich am meisten interessiert hat, war die Öffentlichkeitsarbeit; ein Bereich, der unahängig von Institution oder Unternehmen sehr vielseitig ist und wo auch in Bibliotheken eigentlich immer die Post abgeht :D
Total toll war auch das Team, mit dem ich zusammenarbeiten durfte. Und wenn mir das Praktikum sonst nix gebracht hätte, dann aber zumindest die Erkenntnis, dass die Aufgabe, die du erfüllen musst, noch so bescheuert und dämlich und uncool sein kann - solange man sie mit den richtigen Leuten abarbeiten kann, macht es trotzdem extrem viel Spaß :D
Gestern war also leider mein letzter Tag, und als alle mit vollen Backen die Muffins gemampft habe, die ich (mit Liebe gemacht ;) ) mitgebracht hatte, wurde ich tatsächlich etwas wehmütig. Weil ich die ganzen zwei Monate um 6 Uhr aufstehen musste und trotzdem gerne jeden Tag zur Arbeit gedackelt bin. Weil die meisten der 'Kollegen' mir richtig ans Herz gewachsen sind und weil die Worte 'Arbeit' und 'Spaß' keine Antonyme für mich waren, sondern sich (größtenteils) gegenseitig bedingt haben.
Wer also überlegt, später in einer Bücherei tätig zu sein - man kann sowohl als Ausbildungsberuf, als auch als Studiengang Fuß dort fassen - dem kann ich es wirklich ans Herz legen, einmal reinzuschnuppern in die große Welt der Bücher!
Übrigens: seriöser Nagellack war überhaupt nicht nötig. Bei den vielen Freigeistern, die dort arbeiten, war auch mein hellblauer Nagellack durchaus angemessen ;)

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