10.07.2012

[Rezi] Ree Drummond - Das Glück trägt Cowboystiefel

Erscheinungsjahr: 2012
Originaltitel: The pioneer woman: black heels to tractor wheels - a love story
Genre: Liebesroman
Seitenzahl: 409

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Teaser:
Ich überlegte, abzusagen; ich hatte überhaupt nichts anzuziehen. Jedes Paar Schuhe, dass ich besaß, war schwarz, bis auf ein Paar Pumps in grellgelb, die ich mir aus einer Laune heraus in Westwood gekauft hatte, als ich noch in Kalifornien lebte.


Handlung
Eigentlich wollte sich Ree nur von ihrer in eine Sackgasse führenden Beziehung lösen. Deshalb zieht sie sich von ihrem Noch-Freund in Los Angeles zurück und nistet sich erstmal bei ihren Eltern auf dem Land in Oklahoma ein, um sich über ihre Situation klar zu werden. Nach dieser Pause will sie nach Chicago ziehen, denn sie liebt das hektische, glitzernde Großstadtleben, wo die Zeit nie stillsteht und niemand je zu schlafen scheint. Doch dann trifft sie auf einen ruhigen Cowboy und dieser wird ganz schnell zu ihrem Marlboro Man. Er erobert ihr Herz im Sturm und sie stürtzt sich in die Beziehung mit ihm. Als er sie dann bittet, nicht nach Chicago zu ziehen, entschließt sie sich tatsächlich erstmal bei ihren Eltern wohnen zu bleiben und die Beziehung mit ihrem Cowboy, der es schafft, trotz seines harten Alltags auf der Ranch viel Zeit für Ree aufzubringen, weiterzuführen.

Meine Meinung
Der Untertitel des Buches lautet "Eine wahre Liebesgeschichte". Wenn das stimmt (und ich habe keine wirklichen Zweifel daran), dann bin ich verdammt neidisch. Sowas soll mir bitte auch passieren.
Von der Liebe mehr oder weniger die Nase voll, zieht Ree vorübergehend bei ihren Eltern ein, um sich dann Hals über Kopf zu verlieben. In diesem Buch erzählt sie ihre persönliche Geschichte und das natürlich aus ihrer Perspektive und man merkt, dass die Story ursprünglich nicht als Roman konzipiert wurde. Es fehlt diese erzählerische Distanz und hier und da gibt es kleine technische Mängel im Erzählstil, aber genau das macht den Charme der Erzählung aus. Eben weil es kein fiktiver Roman ist, fällt es mir ein bisschen schwer, das Buch zu bewerten, weil ich das Gefühl habe, nicht die üblichen Maßstäbe ansetzten zu können. Von der Story her gibt es die ganze Zeit keine Zweifel über den Ausgang der Geschichte; es wird nichts großartig spannend gemacht und auch nichts verschönt. Sie ist einfach ein Ausschnitt aus dem Leben einer jungen Frau. Alltägliche große und kleine Katastrophen - von peinlichen Schwitzanfällen bis hin zur Ehekrise der Eltern - sind einige Anekdoten verarbeitet, die sie auf ihrem Weg erlebt hat.
Man erhält als Leser nicht nur einen tiefen Einblick in Rees Leben, sondern lernt sie auch als Person immer mehr kennen. Zumindest die Person, die sie im Buch von sich zeichnet. Ein bisschen kam sie mir ja wie ein kleines verwöhntes Mädchen aus einer wohlhabenden Familie vor, die die Stadt erobert und perfekt in diese glamuröse Gesellschaft gepasst hat.Wahrscheinlich war das auch der Fall. Für ihren Cowboy musste sie dieses Leben aufgeben und verbringt nun ihre Zeit nicht mehr damit, in coolen Clubs leckere Cocktails zu schlürfen, sondern sie misst die Temperatur junger Stiere und mäht den Rasen mit einem fahrbaren Rasenmäher. Diese Entwicklung und der harte Weg, den sie mit sich gezogen hat, wird schön dargestellt, obwohl man ihre innere Zerissenheit (die sie sicher gefühlt hat) nicht so richtig nachempfinden kann. Wahrscheinlich, weil sie mit jedem kitschigen Klischee aufwartet, das in Liebesromanen eben verwendet wird und alles von der Präsenz des Malboro Man überdeckt wird. Was wahrscheinlich Absicht ist, denn so ging es Ree damals sicher auch.
Das Buch besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die die Geschehnisse in Rees Leben skizzieren; vom ersten Treffen mit dem Malboro Man, der sich schnell entwickelten Beziegung und schließlich dem neuen Leben der beiden auf der Ranch. Nach der Geschichte gibt es hinten im Buch noch ein paar Rezepte von Gerichten, die im Buch erwähnt werden (Essen allgemein spielt eine große Rolle - Sushi symbolisiert quasi Rees altes und Steak ihr neues Leben) und einige davon - vor allem die Zimtschnecken! - werde ich ganz sicher ausprobieren.
Ree hat übrigens einen Blog, durch den sie erst auf die Idee kam, ihre Geschichte aufzuschreiben. Wenn sich mein Neid nach der Lektüre des Buches noch in Grenzen hielt - seit ich auf ihrem Blog war, kann ich mich nur noch mühsam beherrschen ;D Für alle, die auch gerne grün im Gesicht sind und platzen wollen: hier ist ihr (total schöner) Blog :)
Sooo, zurück zum Buch. Nette Story, lustig und locker geschrieben, keine großen Überraschungen, dafür aber viel Humor und deshalb eine perfekte leichte Sommerlektüre, die keine hohen literarischen Ansprüche erfüllt, aber schön zu lesen ist. 3 Wölkchen von mir



Vielen Dank an BloggDeinBuch für dieses Rezensionsexemplar! :)

Kommentare:

  1. Schöne Rezi! Das Buch würde ich auch noch gerne lesen. :)
    Lg Steffi

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  2. Hi, tolle Rezi - ich bin übrigens bei Jane Eyre inzwischen schon auf Seite 200 und es gefällt mir bisher wirklich ausgesprochen gut. Hoffe meine Rezi kann dich motivieren ^^ Ich habe auch Motivation gebraucht, da es sich auch nicht um wenige Seiten handelt - bisher bin ich aber nicht nicht enttäuscht!

    LG und einen entspannten Abend,
    Patricia

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  3. Du hast es auf den Punkt getroffen. Ganz ok, mehr nun aber auch nicht!

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