25.06.2012

[Rezi] Lewis Carroll - Alice im Wunderland

Erscheinungsjahr: 2006 (Original: 1865)
Originaltitel: Alice's Adventures in Wonderland
Genre: Kinderbuch
Seitenzahl: 120


Teaser:
Der Hutmacher setzte sich auf den Platz der Haselmaus und Alice nahm widerstrebend den Platz des Märzhasen ein. Der Hutmacher war der Einzige, der von dem Wechseln einen Vorteil hatte, und Alice war am schlechtesten dran, denn der Märzhase hatte gerade seinen Becher mit Milch umgestoßen.



Handlung
Die kleine Alice macht an einem Tag, der so ganz normal begann, eine phantastische Reise in ein Land, wo Tiere reden können und lebendige Spielkarten den Hochadel bilden. Eigentlich sitzt sie mit ihrer großen Schwester in der Sonne und ist schon ganz dösig, als sie plötzlich ein weißes Kaninchen mit rosanen Augen sieht, das an den beiden Mädchen vorbeihetzt und ganz offensichtlich in allerhöchster Eile ist - was man daran erkennt, dass es selbiges zum einen immer wieder vor sich her sagt, und zum anderen ständig auf seine Taschenuhr schaut. Alices Neugier ist geweckt und sie folgt dem Kaninchen in seinen (vermeintlichen) Bau, stürtzt in ein tiefes Loch und fällt fast unendlich lange. Als sie fertig ist mit Fallen, findet sie sich - völlig unverletzt - in einem kreisrunden Raum wieder. Das Kaninchen ist verschwunden, doch Alice weiß nicht, durch welche der vielen Türen es verschwunden ist. Da sie aber nur den Schlüssel zu einer einzigen Tür finden kann, zögert sie nicht lange, trinkt Schrumpftrank, isst Wachstumskuchen und trinkt wieder Schrumpftrank, passt endlich durch die Tür und tritt ein ein eine wunderliche Welt, in der sie ein Abenteuer nach dem anderen erlebt, weiterhin ständig ihre Größe wechselt - von 8 cm bis 8 m ist alles dabei, und viele verrückte Geschichten von nicht minder verrückten Personen hört.

Meine Meinung
Alice im Wunderland - wer kennt die Geschichte von dem kleinen Mädchen mit der großen Fantasie nicht? Spätestens seit dem Film mit Johnny Depp ist der Inhalt in den meisten Köpfen wieder präsent. Ich habe mich mal dran gemacht die Originalversion zu lesen, denn die deiversen Verfilmungen interpretieren die Geschichte logischerweise doch immer ein wenig neu, und fand sie einfach zauberhaft. Im Nachhinen bereue ich es ein wenig, das Buch nicht gleich noch auf Englisch gelesen zu haben, denn die Sprache ist - bis auf ein paar Außnahmen - kindgerecht und somit leicht zu verstehen, und ich habe mittlerweile vermehrt gehört, dass viele englische Wortspielereien nicht oder nur mit großen Einbußen übersetzt wurden/werden können. Naja, vielleicht komme ich ja nochmal dazu, die Geschichte auch in der Originalsprache zu lesen.
Die Geschichte ist total verrückt und absolut konfus. Es war nicht ganz leicht für mich, in dieser Welt zurechtzukommen, in der einfach alles mögliche ist und es für nichts eine logische Erklärung bedarf. Es sind einfach alle verrückt. DAS ist die Erklärung. Man muss sich also schon ganz stark auf das was man liest einlassen und sollte es möglichst nicht hinterfragen. Sonst versteht man es nicht. Darum ist es meiner Meinung nach für Kinder besonders gut geeignet, weil sie mit der nötigen Unbedarftheit rangehen und sich einfach die Sezenen vorstellen, wie sie beschrieben sind. Denn nur dann entfaltet sich der großartige Humor der Geschichte.
Leider wird nicht ein einziges Mal konkret erwähnt, wie alt Alice ist. Das würde mich wirklich mal interessieren, da ich ihr gewisse Eigenarten bis zu einem Alter von elf Jahren leichter verzeihen könnte. Ein bisschen nervig ist sie nämlich, die Gute. Ähnlich wie Pipi Langstrumpf hat sie zum Beispiel nicht sooo viel Ahnung von Mathe und vertritt ihre falschen Ergebnisse aber genauso selbstbewusst wie ihre Kindheitsheldin-Kollegin. Bei Pipi wirkt das aber irgendwie charmant, während Alice sich ziemlich viel auf ihre "Schlauheit" einbildet und eher ein bisschen arrogant rüberkommt. Verwöhnt und naiv ist wohl eine treffende Beschreibung ihres Charakters, aber gleichzeitig ist sie auch wieder niedlich, wenn sie die Gärtner der Königin vorm Schafott bewahrt. Ihr großes Ego führt sie aber trotzdem zu Problemen, die mit ein bisschen mehr Zurückhaltung nicht entstanden wären. Aber dann wäre das Buch auch nicht halb so lustig und verrückt, weshalb ich Alice außnahmsweise verzeihe. Außerdem hat sie auch einige gute Eigenschaften. Sie ist zum Beispiel extrem wissenshungrig, schonungslos ehrlich und vertritt ihre Meinung. Sie ist - und das ist für ihr Alter bemerkenswert - eine starke Persönlichkeit mit einem wachen Blick auf ihre Umwelt.
Natürlich wird Alice am Ende wach und denkt, dass sie ihren Ausflug nur geträumt hat. Was ihre Erlebnisse aber nicht weniger süß macht. Die Geschichte beflügelt die Fantasie der Leser einfach, weil man angesteckt wird von der bunten Welt. Sie kommt auf jeden Fall ganz oben auf die Liste der Bücher, die ich meinen Kindern vorlesen werde. 5 Wölkchen.


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