25.03.2012

[Rezi] Christopher Paolini - Eragon. Das Erbe der Macht

Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: Inheritance. The Vault Of Souls
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 957

Teaser:
So ernst wie vor einem Altar versammelte Priester legten alle Elfen bis auf Bloëdhgarm Saphira die Hände auf die Brust, und wie ein Wispern des Windes, der durch die Weiden raunt, sangen sie. Von Wärme und Wachstum sangen sie, von Muskeln und Sehnen und pulsierendem Blut und von anderen, geheimnisvollen Dingen.



Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!

Handlung
Der Abschluss der Eragon-Reihe schließt dort an, wo der Vorgängerband aufgehört hat: Galbatorix ist immernoch alleiniger Herrscher über Alagaësia und die Varden bereiten sich auf die entscheidende Schlacht vor. Sie ziehen quer durch das Land und erobern nach und nach wichtige Städte, um Galbatorix' Macht zu schwächen. Ganz vorne dabei sind natürlich Eragon und Saphira, auf denen die Hoffnung der gesamten Rebellion liegt: sie sind die einzigen, denen es möglicherweise gelingen kann nicht nur Murthag und dessen Drachen Dorn, sondern auch Galbatorix samt seines Drachen unschädlich zu machen und die Mission, das unterdrückte Land zu befreien, zum Erfolg zu führen. Unterstützt von allen Völkern des Landes kämpfen sie sich den Weg zum unausweichlichen letzten Gefecht frei. Auf diesem Weg liegen scheinbar endlos viele Hindernisse und Geheimnisse, die es zu überwinden und zu lüften gilt. Als nach einem gleichermaßen klugen wie grausamen taktischen Zug von Galbatorix alles verloren scheint, erinnert sich Eragon an eine alte Prophezeiung, durch die sich das Blatt eventuell zu ihren Gunsten wenden könnte.

Meine Meinung
Lange mussten die Leser auf den heißersehnten vierten Teil von Eragon warten und ich finde, dieses Warten hat sich eindeutig gelohnt.
Dankenswerterweise beginnt das Buch (wie Band zwei und drei ja auch) mit einem Rückblick, einer kurzen Zusammenfassung des bisherigen Verlaufs der Geschichte. Ich brauchte diese Auffrischung auch, weil es doch schon einige Zeit her war, seit ich die anderen Teile gelesen hatte.
Nach diesem Resümee steigt man auch gleich wieder in die Geschichte ein und fühlt sich direkt zu Hause, weil alle altbekannten und liebgewonnen Figuren gleich auf der Bildfläche erscheinen. Die Rebellion, die sich in den ersten drei Teilen ausgebaut hat, steuert den größten Teil des Buches auf den finalen Kampf zu; die Krieger sowie Eragon, Saphira, Roran und alle andern müssen sich in die schweren und teilweise hoffnungslosen Schlachten mit den Soldaten des Imperiums stürzten und erleben Erfolge genauso wie Rückschläge, Erleichterung so wie Verzweiflung und Siege wie Verluste. Viele Schilderungen sind sehr brutal, aber für meinen Geschmack nicht zu blutrünstig. Bei allem Gemetzel bleibt der strategische Aspekt der Kämpfe nicht auf der Strecke; hier hat mich vor allem Roran sehr begeistert, der aus der größten Herausforderung durch List und Schlauheit das Beste herausholt und sich nicht nur auf seine Muskeln, sondern auch auf sein Köpfchen verlässt. Auch Eragon muss sich vielen anspruchsvollen Prüfungen stellen und entwickelt sich in diesem Teil mehr denn je zu einem vollwertigen Drachenreiter. Ein bisschen verliert er dabei für mich an Profil, weil sein Charakter plötzlich so glatt und rund ist, er immer selbstlos das Richtige tut und für alles eine Lösung hat. Auf diesem Fundament baut die ganze Story auf und das Konzept funktioniert. Zum Glück hat man als Leser Einblick in die Gefühlswelt von Eragon, sodass man seine Gewissenskonflikte mitbekommt und erlebt, dass er bei aller Selbstlosigkeit doch eigennützige Gedanken hat – auch wenn er diesen nie nachgibt.
Ich mag Paolinis Schreibstil wirklich sehr gerne, man kann ihm locker und leicht folgen, ohne dass Zusammenhänge oder Beschreibungen platt werden würden. Allerdings neigt er dazu (denn in den Vorgängerbänden hatte ich das Problem auch schon) ein bisschen ausschweifend zu werden und sich so in eigentlich unwichtigen Nebenhandlungen und Details zu verlieren, dass die Geschichte teilweise sehr gedehnt und damit langatmig wird. Vor allem die letzten 100 Seiten hätte er sich schenken und auf 30 Seiten runterkürzen können. Gerade am Ende fällt es mehr ins Gewicht, denn nach dem spannungsgeladenen Kampf auf Leben und Tod gegen Galbatorix, bei dem man total mitfierbert und der bis zum Ende spannend bleibt, ist danach die Luft raus aus der Geschichte.
Trotz kleiner Mängel war dieses Buch für mich ein würdiger Abschluss der Eragon-Reihe. Auch wenn mir nicht entgangen ist, dass es durchaus Spielraum für eine Fortsetzung gibt, finde ich, ist die Geschichte zu einem angemessenen Ende gekommen und ich vergebe 4 Wölkchen dafür.


Kommentare:

  1. Ich stimme dir in deiner Meinung über Eragon 4 zu. Aber findest du nicht auch das das Ende ziemlich unbefriedigend und zu "offen" war? Ich mag Paolinis Schreibstil und die komplette Eragon Serie total gerne aber der Abschluss war mir ein wenig zu vage.

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    1. Der Schluss des Buches hat mir allgemein nicht gefallen; zum Großteil auch, weil er wie du sagst zu offen ist. Ich hab ihn einfach als sehr unnötig empfunden, weil im Prinzip nichts mehr passiert, was irgendwie interessant oder wichtig ist. Bzw wenn doch etwas interessantes passiert (die Einführung des grünen Drachen z.B.), dann wird es nur kurz angerissen und dann abgehakt. Und das eigentliche Ende (also die letzten Absätze; die ganze Zeit rede ich hier von den letzten 100 Seiten^^) war dann auch sehr schnell vorbei, ohne dass es ein in sich geschlossenes Ende gab. Also: ja, ich bin auch nicht zufrieden mit dem Schluss ;P Aber von dem abgesehen mag ich das Buch und im gesamten ist es schon ein runder Schluss der Geschichte :)

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