20.01.2017

[Rezept] Curry mit Hähnchen und Ananas

Nachdem ich in den letzten Monaten weder die Zeit noch die Nerven fürs Kochen hatte, sondern hauptsächlich von Nudeln mit Soße gelebt habe, erfreue ich mich gerade endlich wieder an der Lust am Kochen und am Essen. 
Das folgende Curry ist zwar nicht unbedingt etwas besonderes, aber eine wahre Geschmacksexplosion, wenn man Ewigkeiten nur eher wenige spannende Pastagerichte (diese Bezeichnung ist maßlos übertrieben) gegessen hat. Nunja. Auch für alle anderen ist es ein leckeres Rezept, um ein bisschen Abwechslung in den Menüplan zu bringen. 

Gebraucht werden
Reis als Beilage
500g Hähnchenbrustfilet
ein Bund Frühlingszwiebeln
1 Dose Ananas in Stücken
etwas Öl
2 EL Honig
Currypulver
100 ml Schlagsahne
200g Frischkäse
Chiliflocken
Knoblauchpulver
Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer zum Abschmecken

Außerdem
eine Pfanne
Schneidebrettchen
scharfe Messer

So wird's gemacht
Erst einmal sollte der Reis aufgesetzt werden, der braucht nämlich am längsten. Danach kann mit der Schnippelei begonnen werden: erst das Fleisch in längliche Streifen und dann die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Die Ananas kann schonmal abgegossen werden - nicht den kompletten Saft weg gießen, damit wird später die Soße abgeschmeckt.

Als nächstes das Fleisch in etwas Öl scharf anbraten. Frühlingszwiebeln und Honig dazugeben und alles bei mittlerer Hitze kurz weiterbraten. Dann kommen die Ananasstücke, das Knoblauch - und Currypulver dazu und alles darf kurz gemeinsam dünsten.
Anschließend die Sahne und den Frischkäse unterrühren, alles mit Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe und etwas Ananassaft abschmecken und zum Schluss die Chiliflocken darüber geben.
Mit dem Reis servieren.

Und so sah es bei mir aus

Da ich normalerweise beim Kochen Knoblauch sehr vermeide, war alleine das Knoblauchpulver hier für mich schon eine geschmackliche Besonderheit. Natürlich kann man auch eine echte Knobi-Zehe nehmen, aber das war mir in diesem Fall zu doll. Chiliflocken habe ich auch gerade erst neu für mich entdeckt und daraufhin habe ich mir vorgenommen, mein Gewürz-Repertoire drastisch zu erweitern. Da liegen ungeahnte Welten vor mir!

11.01.2017

[Review] Wie alte Freunde wiedersehen: Gilmore Girls. A Year in Life

Bei den Gilmore Girls handelt es sich um eine Serie, die mir - genauso wie so vielen anderen - nicht nur Unterhaltungsprogramm war und ist, sondern auch eine Quelle der Inspiration. Ob es sich dabei um Buch- oder Filmtipps handelt, oder zu lernen, wie man rasend schnell komplexe Sätze von sich gibt, diese Serie wird auch nach dem zwanzigsten Mal anschauen einfach nicht langweilig.

Das charismatische Kleinstädtchen Stars Hollow ist zwar ein fiktiver Ort, aber dank seinen schrulligen und einzigartigen Persönlichkeiten wurde es über die sieben Staffeln hinweg zu einer Art gedanklichem Zuhause. Und genau das zeigte sich auch, als ich wie all die anderen Fans Ende letzten Jahres vor dem Fernseher saß, und die vier neuen Folgen anschauen konnte: es war wie nach Hause kommen und alte Freund wieder sehen. Wie haben wir gejubelt, als der Einstiegsdialog der ersten Folge gleich aus einem der berühmten, blitzschnellen Wortwechsel zwischen Rory und Lorelei bestand. Und wie euphorisch haben wir jeden einzelnen der Charaktere begrüßt, wenn er zum ersten Mal wieder aufgetaucht ist. Auf eine Art waren es alle altbekannten Figuren, und gleichzeitig haben sie sich auch sehr verändert - so wie sich insgesamt der ganze Ton und die Atmosphäre der Serie verändert hat.

Aber wie sollte das auch anders sein, nachdem schließlich zehn Jahre vergangen sind. Zehn Jahre, seitdem Rory Logans Heiratsantrag abgelehnt hat und ihren ersten Job als Journalistin ergattern konnte. 10 Jahre, seitdem sie bei Lorelei ausgezogen ist, die gemeinsam mit ihren beiden Freunden Sookie und Michel ein erfolgreiches kleines Hotel geführt und ihre Beziehung zu dem grummeligen aber herzlichen Luke endlich klargemacht hat.
Wie hat sich wohl alles entwickelt? Und wohin verschlägt es unsere Gilmore Girls nach zehn Jahren? Spannende Fragen, auf die die vier neuen Folgen eher durchwachsene Antworten hatte.

Wohl um das allgemeine Zeitgefühl aufzugreifen, dümpeln unsere beiden Mädels mittlerweile relativ ziellos durch ihr Leben. Beide sind nicht zufrieden und haben das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Während Rory ohne festen Wohnsitz als freie Journalistin von Minijob zu Minijob hetzt und sich eigentlich nach etwas stabilerem sehnt, hadert Lorelei mit dem Stillstand, in dem sich ihre Beziehung mit Luke und vor allem ihr Hotel zu befinden scheint. So haben beide zwar höchst unterschiedliche Lebenskonzepte, fühlen sich aber beide nicht erfüllt davon.
Auch Emily steckt in einer Krise fest - allerdings einer wesentlich tragischeren als die anderen beiden. Schließlich ist - wie nach dem traurigen Tod des Schauspielers Edward Herrmann zu erwarten war - ihr Ehemann Richard verstorben. Ohne ihren Mann, mit dem sie 50 Jahre lang ihr Leben geteilt hat, fühlt sie sich nicht nur in dem riesigen Haus, sondern insgesamt in der Welt verloren. 

Es ist im Grunde so: während die ersten beiden der neuen Folgen noch einiges von dem alten Charme versprühen, fokussieren sich die letzten beiden Folgen darauf, zu zeigen, wie unseren Mädels alles entgleitet. Emily trägt plötzlich Jeans (der echte Fan weiß, wie dramatisch diese Tatsache ist), Rory ist mehr oder weniger arbeits- und obdachlos und führt auch noch verschiedene seltsam anmutende Beziehungen und Lorelei wird von einem blinden Aktionismus getrieben, der sie dazu bringt, auf eine Pilgerwanderung zu gehen. Zumindest so in etwa.

Ich habe nun kein Problem damit, wenn Figuren scheitern. Ganz im Gegenteil. Rorys Karriere war nicht nur realistisch dargestellt. Es war außerdem interessant zu sehen, wie sie damit umgeht, wenn nicht alles nach Plan läuft. Dass ihr das eigentlich gar nicht gefällt, konnten wir uns alle denken. Aber wie auch alle anderen hat sich Rory weiterentwickelt und versucht, irgendwie das beste aus ihrer Situation zu machen. Auch, wenn die Realität des Journalismus-Berufs wirklich kein Ponyhof ist.
Womit ich ein Problem habe, ist, wenn Figuren schlichtweg dumm sind und irgendwelche Konflikte herbeigedichtet werden, nur damit es etwas zu erzählen gibt. So wie es bei Lorelei der Fall ist. Da war einiges an unnötigem Raum, der meiner Meinung nach sehr gerne an die Nebenfiguren hätte abgetreten werden können. Die bekommen nämlich leider nur sehr wenig Platz zur Darstellung, was ich wirklich schade fand.

Vermutlich ist das auch mein größter Kritikpunkt: die vier Folgen sind zwar schon in Spielfilmlänge, versuchen aber, unfassbar viel Stoff unterzubringen. Allein die Gilmore Girls selbst könnten die Folgen füllen, aber natürlich dürfen die mindestens ebenso wichtigen Nebencharaktere wie Michel, Paris oder Luke, Miss Patty, Babette, Kirk, Taylor, Lane und wie sie alle heißen, einfach nicht fehlen. Aber leider tun sie das. Vor allem rund um Sookie, Lane und Zack herrscht ein bisschen traurige Stille, aber auch bei allen anderen reichte es leider nur für ein paar kleine Einblicke in ihr jetziges Leben. 
Andererseits war das auch irgendwie das Konzept der neuen Folgen und es illustriert schon auf eine gewisse Art, dass und wie das Leben halt auch in Stars Hollow einfach weitergeht. Aber trotzdem. Es war zu wenig. Und hier spricht nur zu 70% das gierige Fanherz. Mindestens 30% sind ernsthafte Kritik.

Noch eine kleine persönliche Notiz: ich hab es einfach nicht auf die Kette bekommen, dass Rory einfach 32 Jahre als sein soll! Sie verhält sich überwiegend total kindisch - eigentlich sogar wesentlich kindischer als auf der Highschool. Abgesehen davon, dass ich ihre Männerwahl und ihr Umgang mit ihrem Freund als total unnötig und absurd betrachte, hat sie auch eine so verquere Art der Realitätswahrnehmung, es ist wirklich unfassbar.

Was bleibt also noch zu sagen? Ich hab mich sehr gefreut. Durch die vier neuen Folgen konnte ich einem meiner Lieblingsorte aller fiktiven Ort mal wieder einen Besuch abstatten. Und er hat gar nichts an Liebreiz verloren. Dennoch waren die Folgen nur ein Abklatsch der eigentlich Serie und dem, weshalb ich alle Staffeln davon mehrmals angeschaut habe. Und hätte es diesen Bonus nicht gegeben, wäre mein Urteil sicher viel strenger. So war das Anschauen der neuen Folgen wie ein Treffen mit einem alten Bekannten, mit dem man leider nicht mehr viel gemeinsam hat, außer vielen guten Erinnerungen. Aber diese wieder aufzuwecken war das Treffen durchaus wert.


11.12.2016

[Gerede] Überlegungen zu Ratgeberliteratur

Manchmal wehrt man sich vehement gegen Dinge und weiß eigentlich gar nicht so genau, warum. Meistens liegt das an Vorurteilen, die man gegen eben diese Dinge hegt und von denen man nicht loskommen kann oder möchte.

So geht es mir grundsätzlich mit so genannter Ratgeberliteratur oder Selbsthilfeliteratur. Zwar habe ich noch nie ein Buch gelesen, das in diese Kategorie passt, aber dennoch hege ich eine starke, offensichtlich unfundierte Abneigung dagegen. Dabei ist es vermutlich ebenso logisch zu sagen "Ich mag keine Ratgeberbücher", wie zu sagen "Ich mag keinen Salat" - einfach, weil es so viele verschiedene Salate gibt und es Unsinn ist, grundsätzlich alles abzulehnen, nur weil es eben Salat heißt.
Genauso verhält es sich auch mit der hier thematisierten Literatur, die ich Zeit meines Lebens immer nur schief angesehen habe. Ähnlich wie deren Leser. Und das ist gar kein böser Wille, aber Ratgeberbücher haben für mich einen sehr negativen Beiklang. Oder doch zwei. Zum Einen halte ich viele dieser Bücher einfach für unseriös. Titel wie "Kuriere dich selbst mit Heilerde" oder ähnliches lassen mich einfach an der Zurrechnungsfähigkeit des Autoren zweifeln. Abgesehen davon, dass ich es für gefährlich halte, Laien alternative Selbstbehandlungsmethoden vorzuschlagen - sei es physisch oder psychisch - weisen viele Autoren auch offensichtlich nicht die nötigen Kompetenzen auf, um solche Tipps zu geben.
Zum Anderen ist neben der Unseriösität der Autoren auch immer ein bisschen Stigmatisierung bei der Leserschaft im Spiel. Solche Bücher brauchen doch nur Leute, die nicht selbstständig und reflektiert genug sind. Oder die keine "echten" Ratgeber in ihrem Leben haben. Deshalb müssen sie auf Bücher zurückgreifen, um diese Lücken zu füllen. Oder nicht?
Natürlich nicht. Vielleicht sind es auch einfach Leute, die mal einen neuen Denkanstoß brauchen oder generell ihren Horizont erweitern möchten und mit Hilfe eines solchen Buches ihre Denkweise und Lebensführung nochmal mit ein wenig Abstand beleuchten wollen. Und das ist doch eigentlich nie verkehrt - wie gerade ich als Geisteswissenschaftlerin wissen müsste.

Wie komme ich eigentlich zu diesen Gedankengängen? Mir wurde ein Buch vererbt, das eindeutig in die Kategorie der Ratgeberliteratur fällt. Beim kurzen Durchblättern fand ich es tatsächlich ziemlich inspirierend. Ich werde es also auf jeden Fall lesen - zwar nicht mit dem Ziel, meine (eingebildeten oder realen) psychischen Probleme zu lösen, sondern aus Interesse. Keine Ahnung, ob der Autor kompetent ist, aber er scheint ganz spannende Sachen zu schreiben. Und am Ende ist es doch eigentlich egal, wer der Autor ist und warum man solche Bücher liest. Wenn sie einem irgendwas mitgeben, irgendjemandem helfen oder irgendwie zum Nachdenken anregen, dann haben sie - auch wenn es vermutlich nie zu meinem Lieblingsgenre gehören wird - doch durchaus eine Existenzberechtigung.

28.11.2016

[Gerede] Über Haken und To-Do-Listen

Bei meiner ersten Arbeitsstelle nach dem Abi hatte ich sehr schnell einen bestimmten Ruf weg. Während meine Kollegen ihre Rollen als gemütliche Büromama mit Kuchen für alle, als aufgeregter und übermotivierter Azubi oder tendenziell grummelige Organisationsqueen inne hatten, war in meinem Fall schnell klar: ich bin der verwirrte Listenfreak. Nicht eine Liste, nicht zwei Listen, im Durchschnitt zierten 5 - 8 Listen meinen Arbeitsplatz; mit Namen von Anrufern, zu erledigenden Dingen oder einfach Kritzeleien, die ich bei langweiligen Telefonaten anfertigte und nicht wegwerfen konnte. Schließlich waren das Kunstwerke und außerdem war auf dem Zettel noch eine Ecke frei, die beim nächsten Telefonat verziert werden würde. Man spart schließlich Papier.

Tatsächlich bin ich in der Beziehung ein wenig obsessiv. Zum Beispiel liegt gerade hier vor mir eine Liste mit To-Do's für diese Woche. Darauf steht, dass mal wieder ein semi-tiefgründiger, ein bisschen humorvoller und eben typisch ironischer Gelaber-Post auf diesem Blog erscheinen soll. Und vor allem, dass ich ihn heute schreiben muss. Heute. Es steht der Wochentag daneben. Und wenn das da steht, dann muss das auch so gemacht werden. Wo kommen wir denn sonst hin? Sonst herrscht hier bald Sodom und Gomorra und ich kann den Blog gleich an irgendwelche Hooligans verschenken, die über die Qualität von Schlagringen philosophieren. Nein, nein. 
Das Problem ist: Kreativität (so man es in diesem Fall den so nennen möchte) kommt leider nicht, weil es auf einer Liste steht. Manchmal kommt sie und manchmal leider nicht. Deshalb habe ich außerdem auch eine Liste mit Ideen für mögliche Posts vor mir liegen. Diese hätte ich eigentlich schon ausformuliert. Aber leider war ich zum Zeitpunkt der Erleuchtung gerade mit irgendeinem anderen Punkt auf irgendeiner anderen Liste beschäftigt und habe daher einfach die Kurzfassung in mein Büchlein geschmiert. Weil die Idee im Kopf so gut klang, und wenn ich sie da schon gehört habe, kann ich sie ja wohl auch irgendwann später wieder abrufen. Sie ist schließlich im Kopf. Und den habe ich ja eh immer dabei. 
Tja nun. Wie das Leben so spielt, sind die Worte verpufft, verschollen, verloren gegangen in den weiten Winkeln und Wirrungen der Synapsen und Nervenstränge meines Gehirns, sodass ich nun einfach hier sitze und Nonsens in die Tasten tippe, um gleich diesen bekloppten Punkt auf der Liste abhaken zu können.

Listen sind mein Segen und mein Fluch. Wie vielleicht deutlich wurde, ist mein Gehirn ein Sieb. Ohne Listen vergesse ich sofort alles. Wirklich alles. Es kommt manchmal vor, da denke ich in der Küche, dass ich noch Mehl auf die Einkaufsliste setzen muss, und wenn ich 6 Sekunden später mit dem Kulli schreibbereit vor besagter stehe, habe ich nicht mehr den leisesten Schimmer, was ich draufsetzen wollte. Meistens fällt es mir dann aber doch irgendwann wieder ein und ich kann es sofort outsourcen und festhalten, damit es nicht wieder wegflutscht. Deshalb sind Listen ein Segen.
Und Listen sind ein Fluch, weil sie furchtbar reduzieren. Sie reduzieren Gedanken auf wesentliche Stichworte, die vielleicht irgendwie Sinn ergeben, aber einfach keinen Pfeffer und irgendwie keine Seele mehr haben. Deshalb sind Einkaufslisten in Ordnung und Post-Idee-Listen nicht. Zumindest nicht, wenn man grade einer so unproduktiven Phase ist, dass nicht einmal mehr Teelichter und Räucherstäbchen helfen (side note: Räucherstäbchen helfen bei mir sowieso nicht. Ich besitze nichtmal welche. Vielleicht ist auch das das Problem. Kommt sofort auf die Einkaufsliste).

Jedenfalls ist es jetzt so, wie es nunmal ist. Und ich brauche heute ein Erfolgserlebnis und will diesen Haken hinter diesen Punkt auf dieser Liste setzen. Also geht das hier jetzt online. Da müssen wir halt alle durch.

13.11.2016

Sommerglück

Wir hatten einen Sommersong
mit perfektem Arrangement
Mit guter Laune ab dem ersten Ton
hat er uns sofort gepackt.

Ich hatte einen Sommersong
doch irgendwann
hörte man die schlecht gestimmte Geige schon
vor dem ersten Takt.

So ist das mit dem Sommersong
er klingt schön bei heiter Sonnenschein
doch verzerrt bei Donner. Hagel. Sturm.

Es gab mal einen Sommersong.
Jetzt ist es Herbst und die Melodie verklungen.